Kinderkardiologie
Die Kinderkardiologie ist ein spezielles Fachgebiet im Bereich der Diagnostik und Therapie von angeborenen Herz und Gefäßfehlbildungen. Der Name „Kinder“-Kardiologie rührt daher, dass das Gebiet relativ jung ist, und es in der Zeit seiner Entstehung innerhalb dieses Fachgebietes wenige Patienten gab, die das Erwachsenenalter erreichen konnten. Heute werden Patienten von der 20. Schwangerschaftswoche, also noch lange vor ihrer Geburt, bis ins hohe Erwachsenenalter hinein behandelt.
Neben einem breiten diagnostischen Angebot, das von der körperlichen Untersuchung über EKG, Echokardiographie bis hin zu MRT-Untersuchungen reicht, sind minimal-invasive Eingriffe im Herzkatheterlabor ein Schwerpunkt der modernen Kinderkardiologie. Sie können teilweise operative Eingriffe am Herzen ersetzen. Andere herzchirurgische Eingriffe werden durch sie vorbereitet oder sogar erst ermöglicht. Dauer und individuelle Anzahl von Herzoperation können so reduziert, die Operationsergebnisse optimiert werden.
Diese Kombination aus chirurgischen und interventionellen Eingriffen kommt insbesondere Patienten mit sehr komplexen Herzfehlern zugute. Darüber hinaus werden zunehmend „Hybrideingriffe“ durchgeführt. Hierbei werden während einer herzchirurgischen Operation zeitgleich interventionelle Therapieverfahren angewandt. Damit ist das Deutsche Kinderherzzentrum in der Lage, ein komplettes Therapiespektrum anzubieten. Mit über 650 Herzkatheteruntersuchung pro Jahr und einem hohen Prozentsatz (weit über 70%) an interventionellen Herzkathetern gehört das Deutsche Kinderherzzentrum zu den führenden kardiologischen Abteilungen auf diesem Gebiet.
Das Leistungsspektrum des Herzkatheterlabors umfasst neben Ballondilatationen von Klappen oder Gefäßeinengungen das Einsetzen von Implantaten. Hierbei handelt es sich um Stents, so genannte Gefäßstützen, Schirmverschlusssysteme und andere Verschlusssysteme. Hochfrequenzstrom-Perforationen verschlossener Herzklappen, Fremdkörperentfernungen und Thrombenauflösung durch ClottBuster-Systeme gehören ebenso zum Therapiespektrum wie Katheterablationen bei tachykarden Rhythmusstörungen.
Die Herzkatheteruntersuchung
Eine Herzkatheteruntersuchung wird durchgeführt, um die Voraussetzungen zur Operation zu erkennen, eine Operation zu ermöglichen oder auch durch eine Intervention den Operationszeitpunkt hinausschieben zu können (s. g. Bridging). Dadurch kann sich der Patient von einer krisenhaften Situation erholen oder bis zur Operation an Gewicht und Größe zunehmen.Die diagnostische Herzkatheteruntersuchung hat ihre Berechtigung als eine der Operation vorgeschaltete hämodynamische Studie zur Bestimmung der Blutflussmengen und der Druckverhältnisse in den einzelnen Herzkammern und Gefäßen und dient der Klärung der Operationsdringlichkeit, damit das Risiko kalkulierbarer wird.
Interventionen mit Hilfe des Herzkatheters
Interventionen dienen dazu, im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungsplanes die Voraussetzungen zur Operation für den Patienten zu verbessern oder diese erst zu schaffen. Kindern mit Herzfehlern, bei denen das Überleben von einem Persistierenden Ductus arteriosus (PDA) abhängt – z. B. die Lungendurchblutung bei der Pulmonalatresie oder die Körperdurchblutung beim Unterbrochenen Aortenbogen, dem Hypoplastischen Links-Herz-Syndrom und der Aortenisthmusstenose (ISTA) – kann so bis zu einer Operation geholfen werden. Die Intervention ist auch erforderlich wenn die medikamentöse Therapie mit Prostaglandin nicht möglich ist oder über längere Zeit wegen Komplikationen nicht durchgeführt werden kann (s. Ductus-Stenting).Durch eine Intervention mit gleichzeitiger Veränderung der vorhandenen Blutflussverhältnisse (Dilatation, Coil, Stent, Schirmsystem) kann dem Patienten eine Operation erspart bleiben oder der Zeitpunkt in ein höheres Lebensalter hinausgeschoben und damit das Operationsergebnis optimiert werden. Häufig gelingt es durch Interventionen, Operationsergebnisse zu verbessern oder bestehende Restbefunde zu beseitigen und Reoperationen zu vermeiden. Alle eingesetzten Systeme (Coils, Stents, Schirmsysteme) werden schnell von Endokard (Herzinnenhaut) überwachsen. Bis dahin bleiben sie eine Indikation für die Beachtung der Endokarditisprophylaxe.
Ballondilatation
Das klassische Beispiel für eine Ballondilatation ist die Behandlung der Verengung der Pulmonalklappe. Sie wird auch bei der valvulären Aortenstenose und Stenosen von Gefäßen durchgeführt. Ein Katheter, an dessen Spitze sich ein Ballon befindet wird an die verengte Stelle geführt, mit einem Kontrastmittel gefüllt und damit ein verengtes Gefäß oder die Herzklappe dilatiert (erweitert).Die Endokarditisprophylaxe
Als Endokarditis wird die Entzündung der Herzinnenhaut bezeichnet, die das Herz und die herznahen Gefäße auskleidet und aus der die Herzklappen gebildet werden. Überwiegend wird sie von Bakterien ausgelöst und besonders die Herzklappen können zerstört werden.Patienten mit angeborenen Herzfehlern sind deutlich mehr gefährdet als herzgesunde Menschen. Deshalb ist eine Prophylaxe (Vorbeugung) bei medizinischen Maßnahmen, bei denen Haut oder Schleimhaut instrumentell verletzt werden (Zahnarzt, endoskopische Untersuchungen), sehr wichtig. Die Patienten erhalten einen Endokarditispass und eine eingehende Information durch den behandelnden Kinderkardiologen. Die Endokarditisprophylaxe sollte gewissenhaft eingehalten werden.
Stents
Stents sind Drahtgeflechte in Röhrchenform, die mit Hilfe eines Herzkatheters in ein verengtes Gefäß eingesetzt werden, um dieses auf Dauer offen zu halten und den Blutfluss zu ermöglichen. Muss der Ductus arteriosus bis zur Operation offengehalten werden, wird ein Ductus-Stenting vorgenommen, welches nach der Korrekturoperation wieder entfernt wird.Coils und Schirmsysteme
Coils (Metallspiralen) und Schirmsysteme stehen heute in unterschiedlichen Formen für den Verschluss von Gefäßen und für Defekte in der Herzscheidewand zur Verfügung. Der Verschluss eines Persistierenden Ductus arteriosus (PDA) oder der Verschluss zusätzlicher Gefäße (MAPCAs) wird meist mittels Coils oder – je nach Größe des zu verschließenden Gefäßes – auch durch ein Schirmsystem vorgenommen. Sie werden mit Hilfe des Herzkatheters an die gewünschte Stelle gebracht und unter Sichtkontrolle platziert.Mehr Infos auf der » Website des Deutschen Kinderherzzentrums.
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Psychologische Hilfe für junge Menschen
Mit Hilfe des VFK e.V. steht den Kindern auf den 'Herzstationen' des DKHZ jetzt eine eigene Mitarbeiterin zur psychologischen Unterstützung zur Verfügung. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene mit angeborenem Herzfehler können sich bei Problemen an die qualifizierte Zusatzkraft wenden.

KTQ® zertifiziert Kinderklinik!
Die Prüfer der "Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen" (KTQ®) haben die Asklepios Kinderklinik erneut zertifiziert: Nach 2005 konnte die Kinderklinik auch im Juni 2008 uneingeschränkt überzeugen.
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Im Deutschen Kinderherzzentrum Sankt Augustin (DKHZ) werden seit über 25 Jahren Patienten mit angeborenen Herzfehlern diagnostiziert und behandelt. Diese Spezialisierung führte in den letzten Jahrzehnten zu Bahn brechenden Weiterentwicklungen in der
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